PRIESTER AUS GANZ DEUTSCHLAND:

DAS SIND DIE GESICHTER UNSERER KAMPAGNE

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen echte Absolventen von St. Lambert, die seinerzeit den RUF! inmitten ihrer beruflichen Tätigkeit gehört haben und diesem nachgegangen sind. Heute leisten sie als Kapläne, Pastöre und Pfarrer in verschiedenen Pfarreien und Gemeinden unserer Diözesen wertvolle Dienste.

MARC HEILENKÖTTER

OP-PFLEGER UND PRIESTER IM BISTUM MÜNSTER

Kein Abitur? Kein Grund, nicht Priester zu werden

Der ehemalige Krankenpfleger Marc Heilenkötter studierte Theologie in St. Lambert

Marc Heilenkötter erlernte erst einmal den Beruf des Krankenpflegers, arbeitete dann im OP. „Mit 21 hatte ich die Ausbildung abgeschlossen. Damals war ich noch sehr jung“, erinnert sich der heute 41-Jährige. „Doch schon damals spürte ich: Da war noch mehr.“ Seit seiner Kindheit war er in seiner Heimatgemeinde aktiv. „Ich hatte eine richtige „Sakristeikarriere“ hinter mir: Ich war Ministrant, Mitglied im Pfarrgemeinderat und Lektor.“ Doch eines fehlte ihm zum Theologiestudium: das Abitur. „Das war mein Schutzschild. Ich habe kein Abi, also kann ich kein Priester werden“, schob Heilenkötter seine Berufung auf die lange Bank.

 

Als ein Freund Marc Heilenkötter mit den Worten „Das ist genau deine Welt“ ermutigte, ging er zu einem Informationsgespräch zu seinem Heimatpfarrer. „Der sagte mir dann: Ich sehe dich schon ganz lange auf dem Weg zum Priester. Ich wollte dich nur nicht drängen. Sonst hättest du es vielleicht nur mir zuliebe gemacht“, erinnert sich Heilenkötter an seine Zeit als 25-Jähriger.

 

Und knappe fünf Jahre später begann Heilenkötter in St. Lambert seine Ausbildung zum Priester und studierte Theologie – ohne Abitur. 

 

Wer im Beruf den Ruf verspürt, Priester zu werden, muss sein Abitur nicht nachholen. Denn es gibt das Studienhaus St. Lambert im rheinland-pfälzischen Ort Grafschaft-Lantershofen. Hier studieren durchschnittlich 40 Priesteramtskandidaten aus deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften Theologie. Die Möglichkeit, auf dem so genannten dritten Bildungsweg Theologie zu studieren, gibt es seit rund 45 Jahren in Deutschland. „Wir haben alle einen Beruf und sind durch das „Abitur des Lebens“ gegangen“, sagt Heilenkötter nicht ohne Stolz. Ausgebildet werden die angehenden Priester in enger Zusammenarbeit mit den Bistümern und Ordensgemeinschaften, von denen sie entsandt wurden. Nach erfolgreichem Abschluss können sie in der jeweilige Heimatdiözese den Pastoralkurs absolvieren,  können, der dann zu Diakonats- und Priesterweihe führt.

 

An die vier Jahre seiner Ausbildung in St. Lambert denkt Heilenkötter gern zurück. „Wir waren der „Weltmeisterjahrgang“, denn in unsere Ausbildungszeit fielen die Fußballweltmeisterschaften von 2006 und 2010“, schmunzelt Heilenkötter und fährt ernst fort: „Die Ausbildung war sehr, sehr gut. Ich habe noch nie Dozenten erlebt, die so sehr interessiert waren, den Studierenden Wissen zu vermitteln. Und ich erlebte, wie vielfältig die katholischen Kirche in Deutschland ist. Wir Studierenden haben hier Freundschaften für´s Leben geschlossen.“  

 

Die Erfahrungen aus Studium und Beruf kommen ihm heute zugute. „Wir Studierenden haben und gegenseitig nicht ausgesucht. Im Krankenhaus kann man sich die Station und die Leute, zu denen man geht, auch nicht aussuchen. Das bereitet auf das Gemeindeleben vor“, so der heutige Pfarrer. „Für mich ist es wichtig, im Alltag kontaktfreudig zu sein, auf Menschen zuzugehen. Das bedeutet nicht, sich anzubiedern, und ist auch nicht immer leicht. Die Kirche hat für jede Lebenssituation passende Angebote. Wenn wir als Kirche den Menschen eine Stimme verleihen können, haben wir als Priester unseren Auftrag erfüllt. Nichts anderes hat Jesus Christus getan.“

 

Die Kirche verändert sich. „Die Menschen müssen in diesen Prozess eingebunden werden. Und es ist wichtig, dass die Priester als Betende erlebt werden.“

 

Was rät Marc Heilenkötter jungen Männern, die den Ruf, Priester zu werden, im Alltag hören? „Junge Menschen sind oft noch sehr jung, wenn sie mit der Ausbildung fertig sind. Dann orientieren sie sich erst mal, was sie machen möchten. Ich hatte bereits mit einem jungen Mann Gespräche, der Priester werden wollte. Für mich war es wichtig, ihn nicht zu „überfallen“, sondern ihm Zeit zu geben, eher by the way über seine Berufung zu reden. So habe ich es bei meinem Heimatpfarrer erlebt. Wenn gewünscht, erzähle ich von meiner Berufung. Und natürlich stelle ich das Studienhaus St. Lambert vor.“


ANDREAS ZÜLL

FAHRDIENSTLEITER BEI DER BAHN 

UND PRIESTER IM BISTUM AACHEN

Sei mutig und lasse Dich in Gottes Hände fallen

Das ist der Rat von Kaplan Andreas Züll an alle, die im Beruf die Berufung zum Priester verspüren

Andreas Züll stellte früher als Fahrdienstleiter bei der Bahn die Signale für Züge. Er hatte eine verantwortungsvolle Stellung, seine berufliche Karriere war in trockenen Tüchern und das Haus gebaut. In der Kirche war er lange Jahre als Messdiener und Mitglied des Pfarrgemeinderates aktiv. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, Priester zu werden, antwortete er: „Das mach ich nicht. Damals, mit 31 Jahren, hatte ich echt keine Lust darauf“, erinnert sich Züll.

 

Doch dann kam ein ganz besonderer Moment: „Gemeinsam mit meinem Pfarrer fuhr ich im Jahr 2006 in den Aachener Dom. Als ich dort in der Bank saß, dachte ich: Priester, das wäre doch was für dich. Es hat Klick gemacht“, beschreibt Züll sein Berufungserlebnis.

 

Es dauerte noch ein weiteres halbes Jahr, bis Andreas Züll seinen Entschluss den Eltern mitteilte. Sie unterstützten ihn in seinem neuen Berufswunsch. „Nach einem Gespräch mit dem für die Priesterausbildung zuständigen Direktor des Pauluskollegs in Bonn fuhr ich erst mal nach St. Lambert, schaute mir während einer Interessentenwoche dort die Einrichtung an. Dann stand fest: Das mache ich, obwohl ich kein Abitur habe“, so Andreas Züll. 

 

Wer im Beruf den Ruf verspürt, Priester zu werden, muss sein Abitur nicht nachholen. Denn es gibt das Studienhaus St. Lambert im rheinland-pfälzischen Ort Grafschaft-Lantershofen. Hier studieren durchschnittlich 40 Priesteramtskandidaten aus deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften Theologie. Die Möglichkeit, auf dem so genannten dritten Bildungsweg Theologie zu studieren, gibt es seit rund 45 Jahren in Deutschland. „Wir haben alle einen Beruf und sind durch das „Abitur des Lebens“ gegangen“, sagt Züll. Ausgebildet werden die angehenden Priester in enger Zusammenarbeit mit den Bistümern und Ordensgemeinschaften, von denen sie entsandt wurden. Nach erfolgreichem Abschluss können sie in der jeweilige Heimatdiözese den Pastoralkurs absolvieren,  können, der dann zu Diakonats- und Priesterweihe führt.  

 

Diesen Ausbildungsweg absolvierte auch Andreas Züll. „Mit 32 Jahren und nach 15 Jahren Berufserfahrung setzte ich mich wieder auf die Schulbank und war wieder ein Schüler. Das war nicht so leicht.“  Seinem früheren Beruf blieb er trotz seiner Ausbildung treu: „Ich habe mir mein Studium als Teilzeitkraft bei der Bahn finanziert.“

 

Seine beruflichen Erfahrungen kommen dem heutigen Kaplan bei seiner Arbeit zugute: „Ich schaue entspannter auf Situationen.“ Für ihn als Priester in unserer heutigen Zeit ist es wichtig, Christus zu den Menschen zu bringen. „Die Menschen hinterfragen heute viel mehr als früher die Kirche und den Glauben. Das sehe ich positiv. Dadurch  komme ich immer wieder neu und anders mit meinem eigenen Glauben in Kontakt.“ Seine Kraft für den Dienst zieht er „aus der persönlichen Verbindung zu Jesus Christus in der Feier der Sakramente und im persönlichen Gebet.“ Er will für die Gemeinde „authentisch sein und bleiben“. 

 

Was rät er jungen Männern, die den Ruf, Priester zu werden, im Alltag hören? „Sei mutig, lasse Dich auf dem Weg, der nicht einfach ist, in Gottes Hände fallen. Wenn man sich Jesus Christus öffnet, wird man in Höhen und Tiefen getragen. Dessen sollte man sich immer wieder bewusst werden.“ 


SEBASTIAN LAMBERTZ

VERTRIEBSKAUFMANN UND PRIESTER IM ERZBISTUM KÖLN

Wenn Gott ruft, dann sollte man auch antworten

Das ist der Rat von Sebastian Lambertz alle, die im Beruf die Berufung zum Priester verspüren

Seinen Beruf als Leiter einer Genossenschaft übte Sebastian Lambertz gern aus. „Es hat zehn Berufsjahre gedauert, bis ich meinen Ruf hörte und Priester werden wollte“, erinnert er sich. „Es passierte kein Wunder, und einschneidende Erlebnisse gab es auch nicht.“ Doch er lernte bereits in seiner Jugend Kapläne kennen, die ihn begeisterten. „Sie lebten mir ein überzeugtes Priestertum vor. Langsam, aber beständig wuchs in mir der Wunsch, auch Priester zu werden. Mit Mitte 20 war mir klar:  Gott ruft mich. Du musst jetzt Priester werden. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Das ist mir nicht leicht gefallen, denn ich habe meinen Beruf gern gemacht“, so der heute 37-Jährige.

 

 

Der Weg zur Ausbildung gestaltete sich für Sebastian Lambertz einfach. Da er von Jugend an in seiner Heimatgemeinde aktiv war, hatte er viele Kontakte zu Priestern. „Ich kannte St. Lambert von einem Priester her, der dort schon studiert hatte. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Abitur nachmachen wollte. Mir wurde dann klar, dass das Studienhaus St. Lambert der richtige Weg für mich war“, blickt der heutige Kaplan zurück.

 

Wer im Beruf den Ruf verspürt, Priester zu werden, muss sein Abitur nicht nachholen. Denn es gibt das Studienhaus St. Lambert im rheinland-pfälzischen Ort Grafschaft-Lantershofen. Hier studieren durchschnittlich 40 Priesteramtskandidaten aus deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften Theologie. Die Möglichkeit, auf dem so genannten dritten Bildungsweg Theologie zu studieren, gibt es seit rund 45 Jahren in Deutschland. „Wir haben alle einen Beruf und sind durch das „Abitur des Lebens“ gegangen“, sagt Lambertz nicht ohne Stolz. Ausgebildet werden die angehenden Priester in enger Zusammenarbeit mit den Bistümern und Ordensgemeinschaften, von denen sie entsandt wurden. Nach erfolgreichem Abschluss können sie in der jeweilige Heimatdiözese den Pastoralkurs absolvieren, können, der dann zu Diakonats- und Priesterweihe führt.  

 

In den vier Jahren seiner Ausbildung in St. Lambert hat Sebastian Lambertz „viele Menschen kennengelernt, die eine andere Frömmigkeit und ein anderes Kirchenverständnis als ich hatten. Wie vielfältig die katholische Kirche in Deutschland ist, das war mir so gar nicht bewusst. Das habe ich lernen müssen. Wir haben oft miteinander wegen unserer unterschiedlichen Ansichten gerungen, und daraus entstanden Freundschaften fürs Leben“, so Lambertz. 

 

Seine ehemaligen Berufserfahrungen kommen Sebastian Lambertz auch heute als Kaplan zugute. „Ich war 32 Jahre, als ich zum Priester geweiht wurde, hatte viele Erfahrungen im Bereich der Verwaltung und im Leben gesammelt. Daher geht mir die Verwaltungsarbeit in der Pfarrei leicht von der Hand. Für eine Gemeinde möchte ich ein guter Pastor sein, ein Hirte“, sagt Lambertz. „In einer Gesellschaft, die zum Teil dem Glauben sehr fern steht, bin ich in meiner Lebensform als Priester angefragt. Es ist zwar nicht leicht, wenn man sich immer erklären muss, aber es ist auch eine Chance für mich.“

 

Was rät Sebastian Lambertz jungen Männern, die den Ruf, Priester zu werden, im Alltag hören? „Dann spann die Ohren weit auf, geh dem Ruf nach und prüfe ihn. Wenn Gott ruft, sollte man auch antworten. Am besten, man nimmt sich einen geistlichen Begleiter, der an der Seite den Weg mit einem geht.“


MANUEL VETTER

SCHREINER UND PRIESTER IM BISTUM WÜRZBURG

Die Beziehung zu Christus ändert sich ein Leben lang

Manuel Vetter ermutigt junge Männer, die im Beruf den Wunsch verspüren, Priester zu werden

Seinen Beruf als Schreiner liebte Manuel Vetter sehr. Doch seit seiner Zeit als Ministrant in seiner Heimatgemeinde fühlte eine Sehnsucht in sich, Priester zu werden. Das Abitur nachmachen und Theologie studieren, das wollte er mit 22 Jahren nicht mehr. Doch er hatte einen alten Prospekt von St. Lambert, er sich immer wieder ansah. Als er sich endlich ein Herz fasste und Regens Ackermann in Lantershofen vorsprach, wurde ihm eine einjährige Wartezeit empfohlen. „Damals sagte man mir, ich sei noch zu jung“, erinnert er sich. 

 

Manuel Vetter arbeitete nach seiner Schreinertätigkeit noch ein Jahr im Sägewerk, dann setzte er seinen Entschluss um. „Ich probier´s jetzt. Ich war mir sicher, ich schaff´s nicht und komme nach einem halben Jahr wieder zurück. Doch, wenn ich´s nicht versuche, wird mich das ein Leben lang ärgern“, blickt er auf seine damalige Entscheidung, Priester zu werden, zurück. Er absolvierte das Theologiestudium erfolgreich und wurde am Pfingstsonnabend 2011 zum Priester geweiht. Damals war er 29 Jahre alt.

 

Wer im Beruf den Ruf verspürt, Priester zu werden, muss sein Abitur nicht nachholen. Denn es gibt das Studienhaus St. Lambert im rheinland-pfälzischen Ort Grafschaft-Lantershofen. Hier studieren durchschnittlich 40 Priesteramtskandidaten aus deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften Theologie. Die Möglichkeit, auf dem so genannten dritten Bildungsweg Theologie zu studieren, gibt es seit rund 45 Jahren in Deutschland. „Wir haben alle einen Beruf und sind durch das „Abitur des Lebens“ gegangen“, sagt Manuel Vetter. Ausgebildet werden die angehenden Priester in enger Zusammenarbeit mit den Bistümern und Ordensgemeinschaften, von denen sie entsandt wurden. Nach erfolgreichem Abschluss können sie in der jeweilige Heimatdiözese den Pastoralkurs absolvieren,  können, der dann zu Diakonats- und Priesterweihe führt.

 

Die vier Jahre seiner Ausbildung in St. Lambert von 2005 bis 2009 erlebte Manuel Vetter als „sehr schön und wertvoll. Mein Denken und meine Sichtweisen haben sich im Studium verändert. Meine Beziehung zu Christus hat dadurch keinen Schaden genommen, sondern sich vertieft. Meine Christusbeziehung wird sich im Laufe meines Lebens weiter verändern, doch sie bleibt, so hoffe ich, immer die Mitte eines Lebens.“

 

In seiner jetzigen, eher ländlichen Pfarrei, die Vetter seit Oktober vergangenen Jahres inne hat, sieht er sich als „jemand, der die Abläufe noch kennenlernen muss. Es gibt viele Verwaltungsaufgaben. Man hat nicht mehr so die Zeit für die Seelsorge wie als Kaplan. Das ist schade“, bedauert er. Doch die Zeit für die junge Generation nimmt er sich immer. „Mein Schwerpunkt ist die Jugendarbeit. Das hält innerlich jung“, schmunzelt er. Um sich fit zu halten, macht er als Ausgleich zum Beruf Kampf- und Kraftsport.

 

Derzeit betreut er 16 Kirchen plus einige Ortschaften ohne Kirchen.  Vetter ist viel unterwegs. „Es gibt eine Spannung, zwischen der Vorstellung in den Köpfen der Gemeindemitglieder, dass der Pfarrer immer da ist und immer Zeit hat, und dem, was ich als Pfarrer leisten kann“, bedauert er.

 

Was rät Manuel Vetter jungen Männern, die den Ruf, Priester zu werden, in ihrem Leben spüren? „Ich begleite immer wieder mal jemanden, der darüber nachdenkt, Priester zu werden. Ich höre meistens zu und erzähle, wenn es sich ergibt, von meinen Erfahrungen aus meiner Studienzeit. Ich möchte den jungen Männern mitgeben, dass die Beziehung zu Christus das Wesentliche ist.“


THOMAS BARENTH

VERWALTUNGSFACHWIRT 

UND PRIESTER IM ERZBISTUM MÜNCHEN UND FREISING

Den Mut haben und in eine erst einmal ungewisse Zukunft losspringen 

Das ist der Rat, den Thomas Barenth jungen Männern gibt, die den Ruf, Priester zu werden, im Beruf spüren

Thomas Barenth arbeitete als Verwaltungsfachwirt im Landratsamt Freising. Er hatte ein gesichertes Auskommen. Doch er spürte: Da war noch mehr. Ich war in meiner Heimatpfarrei in der Jugendarbeit aktiv, leitete einen Gebetskreis für junge Leute und habe dabei Christus immer wieder neu erfahren und gespürt, erinnert er sich. Doch den Ausschlag, Priester werden zu wollen, gaben nach langen Jahren zwei andere Erfahrungen. Auf dem Weg zur Berufung gab es zwei Wegmarken: zum einen die beiden Weltjugendtage 2005 in Köln und 2008 in Sydney, zum anderen zwei Priester, an denen ich sehen konnte, wie Leben in der Nachfolge Christi gehen kann.

 

Und dann begann für den heute 37-Jährigen eine Zeit des Ringens: Wage ich es, die gesicherte Position im Landratsamt aufzugeben und bei Null zu beginnen? Schaffe ich das vom Studium her, obwohl ich kein Abitur habe? Halte ich das durch? Die Fragen habe ich mir alle gestellt, erinnert er sich. Doch das Feuer des Glaubens war stärker, in eine ungesicherte und nicht wirklich planbare Zukunft zu springen. Ich wollte Priester werden.

 

Wer im Beruf den Ruf verspürt, Priester zu werden, muss sein Abitur nicht nachholen. Denn es gibt das Studienhaus St. Lambert im rheinland-pfälzischen Ort Grafschaft-Lantershofen. Hier studieren durchschnittlich 40 Priesteramtskandidaten aus deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften Theologie. Die Möglichkeit, auf dem so genannten dritten Bildungsweg Theologie zu studieren, gibt es seit rund 45 Jahren in Deutschland. Wir haben alle einen Beruf und sind durch das Abitur des Lebens gegangen, sagt Barenth nicht ohne Stolz. Ausgebildet werden die angehenden Priester in enger Zusammenarbeit mit den Bistümern und Ordensgemeinschaften, von denen sie entsandt wurden. Nach erfolgreichem Abschluss können sie in der jeweilige Heimatdiözese den Pastoralkurs absolvieren, der dann zu Diakonats- und Priesterweihe führt. 

 

Auch Thomas Barenth ging zum Studium  nach Lantershofen. Ich kannte das Haus schon. Ein Freund aus meiner Heimatgemeinde hat dort bereits studiert, und ich habe ihn öfters besucht. In den vier Jahren seiner Ausbildung in St. Lambert fühlte ich mich als Oberbayer erst mal in der Fremde, blickt Barenth zurück. Die Atmosphäre habe ich als sehr angenehm empfunden. Die Ausbildung und der Ablauf des Studiums waren speziell auf uns ehemalige Berufstätige zugeschnitten, und wir wurden intensiv von unseren Dozenten betreut. Und Thomas Barenth bekam im Haus einen weiten Blick über die katholische Landschaft in Deutschland. Unter seinen Mitstudenten war damals alles vertreten, quer durch die Berufslandschaft.

 

Seine Berufserfahrungen kommen Thomas Barenth, der 2016 zum Priester geweiht wurde, auch in seinem heutigen Beruf zugute. Von meiner früheren Tätigkeit im öffentlichen Dienst kann ich natürlich schon vieles für die Verwaltung der Pfarrei und die Organisation der Arbeitsabläufe gebrauchen, sagt der Kaplan. Ich war im Landratsamt mit Einbürgerungsrecht und dann im Sozialamt mit Hartz-IV-Verfahren befasst. Da bekommt man ein Gespür für Menschen in schwierigen Situationen. Das kann ich heute bei der Seelsorge gut einsetzen.

 

Heute will Thomas Barenth Zeuge für den Glauben sein in einer Welt, die sich immer mehr verändert und in der die Frage nach Gott oft gar nicht mehr gestellt wird. Ich möchte mich zusammen mit den Menschen auf die Suche nach Gott machen, Jesus Christus neu entdecken und gemeinsam den Glauben feiern. Dazu ist es ihm wichtig, dass man am Priester die Freude sehen kann, die aus dem Evangelium kommt und aus der er lebt. Und dass er sie überzeugend weiter trägt.

 

Was rät Thomas Barenth jungen Männern, die den Ruf im Beruf spüren, Priester zu werden? Den Ruf an sich ranlassen, aber nichts überstürzen, sich auf dem Weg geistlich begleiten zu lassen und den Ruf immer wieder ins Gebet zu bringen. Es gibt 1.000 Dinge, die einen davon abhalten. Doch, wenn es wirklich eine Berufung ist, erfüllt und ergreift einen Gott immer mehr. Dann wirklich den Mut haben und sagen: Ich spring jetzt los!


KLAUS KÄFER

MAURER UND PRIESTER IM ERZBISTUM FREIBURG

Probier´s einfach aus! 

Das ist der Rat von Klaus Käfer an alle, die im Beruf die Berufung zum Priester verspüren

 

Es war der Weltjugendtag 2005 in Köln, der Klaus Käfer den entscheidenden Anstoß gab. „Ich habe Maurer gelernt. Doch beim Weltjugendtag wurde in mir der Wunsch geweckt: Ich wollte gern in der Kirche arbeiten“, erinnert sich der der gelernte Maurer. Doch erst erwarb der heute 33-Jährige die Fachhochschulreife. „Das Abitur machen und studieren, das wollte ich damals nicht.“ Statt dessen machte er eine Ausbildung als Groß- und Außenhandels-kaufmann, arbeitete ein Jahr in diesem Beruf. „Meine Berufung habe ich anfangs noch nicht so richtig gehört. Ich habe zuerst noch etwas anderes ausprobiert. Doch mein Kindheitswunsch, Priester zu werden, ließ mich nicht los“, erinnert er sich. 

 

Im Januar 2011 entschloss er sich, im Priesterseminar der Diözese Freiburg anzurufen. „Nach meiner offiziellen Bewerbung zog ich im Oktober 2011 ins Priesterseminar ein. Damals war ich 26 Jahre“, so Käfer. Im Mai letzten Jahres wurde er zum Diakon geweiht. 

 

Wer im Beruf den Ruf verspürt, Priester zu werden, muss sein Abitur nicht nachholen. Denn es gibt das Studienhaus St. Lambert im rheinland-pfälzischen Ort Grafschaft-Lantershofen. Hier studieren durchschnittlich 40 Priesteramts-kandidaten aus deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften Theologie. Die Möglichkeit, auf dem so genannten dritten Bildungsweg Theologie zu studieren, gibt es seit rund 45 Jahren in Deutschland. „Wir haben alle einen Beruf und sind durch das „Abitur des Lebens“ gegangen“, sagt Käfer nicht ohne Stolz. Ausgebildet werden die angehenden Priester in enger Zusammenarbeit mit den Bistümern und Ordensgemeinschaften, von denen sie entsandt wurden. Nach erfolgreichem Abschluss können sie in der jeweilige Heimatdiözese den Pastoralkurs absolvieren,  können, der dann zu Diakonats- und Priesterweihe führt.  

 

In den vier Jahren seiner Ausbildung in St. Lambert erlebte Klaus Käfer „die Vielfalt der katholischen Kirche in Deutschland. Ich konnte mich mit anderen austauschen, wie Kirche vor Ort gelebt und gestaltet wird. Das bereitet auf die Gemeindepraxis vor.“ 

 

Seine ehemaligen Berufserfahrungen kommen Klaus Käfer auch als zukünftigem Priester zugute. „Ich bin ganz nah an den Gläubigen dran. Ich weiß beispielsweise, was es heißt, Angst zu haben, ob der Lohn pünktlich kommt. Das habe ich selbst schon erlebt.“ Nächstenliebe, das ist für Käfer unabdingbar: „Menschen zu mögen in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit“. Denn er will nicht „Priester in einer Gemeinde sein, sondern als Priester mit und unter den Menschen in einer Gemeinde leben.“  

 

Was rät Klaus Käfer jungen Männern, die den Ruf, Priester zu werden, im Alltag hören. „Probier´s einfach aus! Nichts auf die lange Bank schieben, und Gottvertrauen haben. Es gibt immer einen Weg, zum Beispiel das Studium in St. Lambert.“ 


ÜBER UNS

Das Studienhaus St. Lambert ist das deutschlandweit

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